
Unterordnung im Verein ist die Basisausbildung für Sie und Ihren Hund.
Mit einem wohlerzogenen Hund öffnen sich die Türen zum weiteren Sportangebot in Ihrem Verein.
Erstes Ziel der Basisausbildung ist die Begleithundeprüfung.
Oft wird die “Unterordnung” gleichgesetzt mit “Ungehorsam” oder “Dominanz”.
Nachfolgend eine Stellungnahme dazu:
Problem Mensch – Problem Hund
Unter Rangordnung versteht man Überlegenheits-Unterordnungs-Beziehungen.
Hundliche Dominanz, die vor vierzig Jahren noch kein Thema war, ist inzwischen zu einem großen Problem geworden. Das liegt aber nicht daran, dass die Hunde dominanter geworden wären als früher, sondern an dem hohen Prozentsatz von Hundebesitzern, die zu schwach sind, die es zulassen, dass sie von ihren eigenen kleinen Kindern und ihren Hunden untergeordnet werden. Unsachliche Affenliebe und eine gefährliche Laissez-faire-Mentalität hat konsequente Erziehung abgelöst. Viele verbinden mit Hundeerziehung und -Ausbildung immer noch den Kasernenhofton und die Härte früherer Dressur. Abgeschreckt durch derartig antiquierte Erziehungsmethoden wird die Erziehung nun ganz unterlassen. Das arme Tier soll seine Freiheit haben. Verbreitet herrscht regelrecht Mitleid mit Hunden, die nicht rund um die Uhr machen dürfen was sie wollen. Dass ein wohlerzogener Hund letztendlich mehr Freiheiten und ein erfüllteres Leben hat als der, der zweimal am Tag für eine halbe Stunde auf der Hundewiese losgelassen wird und ansonsten zuhause bleiben muss, weil er überall unangenehm auffällt, sehen die wenigsten. Aus einem Hund, der einfach nur liebevoll behandelt wird, muss nicht zwangsläufig ein “lieber Hund” werden!
Während früher die Hunde meist zur Arbeit gezüchtet und gehalten wurden, sind sie heute oft verwöhnte Luxusgeschöpfe, deren Tagesablauf von Langeweile geprägt wird. Doch ein Hund muss beansprucht werden, und zwar körperlich und geistig. Wenn er sich langweilt, sorgt er anderweitig für Aufregung in seinem Leben: er wird zum “Problemhund” und seine Menschen stöhnen nur noch: “Versteh’ einer diesen Hund …!?!”
Ein Problemhund hat nur ein Problem – den Menschen.
Rangordnung – Dominanzhierarchie – soziale Hierarchie
- was ist das überhaupt?
Unter Rangordnung versteht man Überlegenheits-Unterordnungs-Beziehungen. Ranghohe Tiere haben meist einen größeren Handlungsspielraum und einen bevorzugten Vortritt zu Ressourcen wie beispielsweise zu Nahrung, Schlaf- und Ruheplätzen oder zu Paarungspartnern. Dominante Tiere haben aber nicht nur Vorrechte, sondern auch spezifische Pflichten. In vielen Fällen müssen sie die Gruppe gegen Angriffe schützen oder Auseinandersetzungen zwischen Untergeordneten schlichten bzw. für den Zusammenhalt der Gruppe sorgen. Das verlangt von ihnen soziale Kompetenz, die weit mehr bedeutet als reine Machtausübung des Stärkeren. Die unterschiedlichen Rangpositionen werden die meiste Zeit kampflos respektiert, was für Ruhe und Frieden in der Gruppe sorgt. Eine klare Rangfolge ist friedenssichernd und überlebenswichtig für alle sozialen Tiere.
- Werden Sie ein gütiger und souveräner Anführer -
Ziel sollte sein, ein ausgewogenes Gleichgewicht zu erlangen zwischen Grenzsetzung und Steuerung des Hundes einerseits und Nachsicht sowie Ermutigung andererseits. Der Hund sollte gut an seine Familie und Lebensumstände angepasst sein und trotzdem eine fröhliche, freundliche Persönlichkeit entwickeln können.
Ein gut eingeordneter Hund wird seinem Menschen willig folgen und braucht nur wenig Unterordnung. Dabei gibt es allerdings kein Patentrezept, denn die Hunde sind genauso verschieden wie die Menschen. Es gibt viele Hunde, denen die Rangordnung einfach “schnurz” ist. Die Klärung der Rangordnung gilt heutzutage bei vielen Hundeleuten als vermeintlicher Lösungsansatz für eine Vielzahl von Hundeproblemen – doch sie darf nicht den Charakter einer Universallösung bekommen. Das Konzept der Rangordnung ist einleuchtend und daher sehr verführerisch. Dieses Denkmodell kann uns helfen, bestimmte Verhaltensmuster soziallebender Tiere besser zu verstehen und auch vorherzusagen. Aber passen Sie auf, dass Sie keinen “Tunnelblick” bekommen. Solche Worthülsen sind immer auch eine Brille, durch die die Wirklichkeit uns nur noch gefiltert erreicht. Hundeprobleme können viele Ursachen haben. Man sollte immer erst die Motivation des Hundes untersuchen. Meist will der Hund gar nicht die Führung übernehmen, sondern einfach nur möglichst viel Komfort für sich selbst herausschlagen. Die pauschale Diagnose “Dominanz” trifft in den seltensten Fällen den wahren Kern des Problems. Es ist nur eine “Erklärungsmütze”, die über eine Situation gezogen wird und die den Blick für andere Lösungsansätze verschleiert. Nicht umsonst ist das Wort “Dominanz” für viele zum Unwort geworden. Oft ist ein “dominanter” Hund einfach nur ein schlecht erzogener Hund!
